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Orte des Vergessens

Maxim Schulz ist noch in der DDR, genauer in Ostberlin, geboren und hat in seiner Arbeit nach Spuren dieser Zeit gesucht. Zum einen fotografierte er sowjetische Ehrenmale in seiner ehemaligen Heimat - sie stehen dort auch heute noch und repräsentieren den Triumph der Siegermacht.
Zum anderen hat er Ausschnitte von Bildern aus seinem eigenen Fotoalbum genommen, in dem er vom Säuglingsalter an festgehalten war. In seiner Arbeit trifft also Gegenwart auf Vergangenheit, das Amateurfoto auf die professionelle Fotodokumentation, begegnen sich Bilder mit privatem und öffentlichem Hintergrund. All das ist Anlass genug, um über die jüngere Deutsche Geschichte und die vielen individuellen Schicksale ins Grübeln zu kommen, die von ihr betroffen waren.
Wie mit der Lupe hat sich Maxim Schulz in seinem Album auf die Suche gemacht, hat Details heraus vergrößert, aufgeblasen wie man sagt, um Vergangenes zu entdecken, eben seine frühe Kindheit, an die er sich nur schemenhaft erinnert. Was er findet sind durch Licht bestimmte Farbkristalle, die das Leben kaum binden. Nichts zeigt das deutlicher als die Kinderköpfe, auf denen nicht einmal er selbst sich wieder erkennt. Fotografien sind ungenaue, weil alternde Spuren des Realen.

Je mehr sich das Reale in der Zeit verliert, desto instabiler wird die Bedeutung fotografischer Bilder. Dieses Schicksal teilen alle Fotos, ganz gleich ob man sie nun amateurhaft oder dokumentarisch nennt. Mit Hilfe seiner Kindheitsfotos destabilisiert Herr Schulz also die Resultate seines eigenen fotografischen Handelns.
Die flüchtige Bedeutung ist durch den Apparat begründet, der das Bild sklavisch an einen einzigen vergänglichen Moment bindet. Siegfried Kracauer beschreibt in einem berühmten Aufsatz zur Fotografie aus den Zwanzigern diesen Effekt und stellt der Fotografie das Gedächtnisbild entgegen. Das wird durch die Zeit geformt, besteht aus persönlichen Erfahrungen und Urteilen. Kracauer zielt dabei auf die Malerei, aber auch auf das Bildliche in der Literatur. Diese Medien können verallgemeinern, Essenz ziehen, und deshalb trägt ihre Bedeutung weiter, als die des jüngeren Mediums.

Prof. Peter Hendricks

Stahlwerk
Burschenschaften
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MAXIM PH. SCHULZ
HAMBURG
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MAIL: MAIL@MAXIMSCHULZ.COM

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